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Deutschlandfahrt im Nahen Osten oder Der Erzgebirgs-Blues Es ist Donnerstagfrüh 8:10 Uhr als ich mit Regine aus dem Haus komme. Matthias wartet mit seiner Adventure schon auf uns. Vor uns liegt das lang erwartete Deutschlandfahrtwochenende. Die Abende zuvor haben wir mit Hilfe einiger Biere gemeinsam auf der Pocket-Generalkarte Nr.11 und Nr.14 die Kontrollstellen markiert und ins Garmin übertragen. Wir sind bestens präpariert und der Wetterbericht für Dresden verheißt ein sonniges Wochende. Uns trennen rund 500 km vom Hotel Waldhaus in Augustusburg. Matthias hat eine Route ausgearbeitet, die uns erst schnell in den "nahen Osten" bringt und dann noch ein paar schöne Schlenker ins Vogtland eingebaut. Beim Losfahren kommt mir ein Spruch aus einem meiner Lieblingsfilme in den Sinn "Es sind 106 Meilen bis Chicago, wir haben einen vollen Tank, eine halbe Packung Zigaretten, es ist Nacht und wir tragen Sonnenbrillen. Tritt drauf." Freitag früh. Wir haben uns die HK 5 als Startpunkt ausgesucht und nach einer Runde durch den östlichen Teil des Erzgebirges wollen wir bei HK 8 die Wertungshefte zur Nachtkontrolle abgeben. HK 5 ist ca. 30 km von Augustusburg entfernt, also 30 Minuten zu fahren. Der Hotelier macht uns freundlicherweise schon für 6:45 Uhr Frühstück und kurz nach halb 8 geht's los. Durch unerwartet viele LKW, Trecker und Baustellen dauert es wohl etwas länger, bis wir bei HK 5 ankommen. "Na, ihr fahrt sicher nur /just for fun/ mit, weil ihr jetzt erst anfangt" empfängt uns die Besatzung dann auch mit breitem Grinsen. "Na klar, wir haben eh keinen Platz für einen Pokal im Tankrucksack" ist unsere Antwort. Mit Stempel und dem Zettel mit den Fragen und dem "unbekannten Punkt" machen wir uns auf die Jagd nach (Aussichts-)Punkten. Beim Brauereimuseum Rechenberg sollen wir ermitteln, was im Jahr 1834 geschah, wann Mittwochs die Führungen stattfinden dass man in den Schalander der Museumsbrauerei einkehren kann. In der wunderschönen historischen Stadtmitte von Lauenstein haben wir das große Glück, dass die Schloßverwalterin selbst uns auf die Höhenmarken und Fledermausmarken hinweist, die wir suchen. Der Hochofen in Brausenstein liegt leider zu weit von unserer geplanten Route entfernt und muss daher wegfallen. Auf nach HK 7! Beim Silberbergwerk "Alte Elisabeth" will man von uns wissen, wer der Betreiber des Besucherbergwerks ist, wie die Öffnungszeiten sind und wer die Kaue mit der Handhaspel erreichtet hat; easy! Auf zum nächsten Punkt Kloster Altzelle in Nossen. Wann wurde das Kloster aufgelöst, wie ist die Durchfahrtshöhe des Tores, was befindet sich in der ehemaligen Schreiberei. Mit etwas Suchen und der unfreiwilligen Unterstützung durch die Mannschaft aus Verden schnell beantwortet. Der dritte Punkt liegt zu weit von unserer Route zur HK 6 entfernt und muss leider auch auf unseren Besuch verzichten. Also weiter und die Fragen für die 6er Nebenkontrollen abholen. Allmählich merken wir, die Wetterfrösche werden wohl recht behalten; manche sprechen sogar vom heißesten Tag des Jahres. Wir mutieren zu Schattenparkern und versuchen, nicht zu lange an roten Ampeln stehen zu bleiben. Aber oft wären uns Ampeln erheblich lieber, als komplett gesperrte Straßen und Umleitungen. Diese großen gelben Schilder haben, (zusammen mit endlosen LKW-Kolonnen und Monstertraktoren) sicher auch bei den Anderen so manche Zeitplanung über den Haufen geworfen. Besonders "hinterhältige" Straßenplaner haben innerhalb der Umleitung manchmal sogar noch eine zweite Umleitung eingebaut. So addieren sich die verlorenen Minuten zu Stunden. Abends machen wir noch den Fehler, trotz vorgeschrittener Stunde noch schnell die NK am Grenzübergang Schmilka mitzunehmen, was dazu führt, dass wir unsere HK 8 für die Nachtkontrolle nicht mehr erreichen und bei HK5 abgeben müssen. Nun rächt sich, dass wir unsere Unterkunft schon vorher gebucht haben. Die Nachtkontrolle liegt nämlich 66 km von unserem Hotel entfernt und diese Entfernung müssen wir nicht nur Freitagabend sondern natürlich auch Samstagfrüh wieder zurücklegen. Aber zum Glück sind es wieder herrliche Sträßchen, die wir da fahren und es ist kein Verkehr mehr und keine einzige Umleitung und da wird uns noch mal bewusst, weshalb wir /eigentlich/ bei der Deutschlandfahrt mitfahren, nämlich um Winkel Deutschlands kennen zu lernen, die wir sonst vielleicht niemals besuchen würden und dort wunderschöne Motorradstrecken zu fahren, die wir sonst nicht finden würden. Am nächsten Morgen erzählt ein Gast aus Wismar, der sich für die GS interessiert,/"...früher sind wir mit der Simson im Sommer immer ohne Helm und ohne Hemd gefahren"/. Auf Grund meiner Beobachtungen vom Vortag kann ich ihm versichern, dass man im Erzgebirge auf der Simson immer noch ohne Hemd fährt, viele jetzt aber lustige Plastikeimerchen auf dem Kopf tragen. Wir lassen den Samstag gemächlich angehen, zumal er völlig verregnet ist und die Temperatur glatte 20 Grad unter der des Vortages liegt. Wir fahren auf schönen Strecken interessante Punkte an und es gelingt uns dabei sogar, den zahlreichen Bitumenwürste auf der Straße auszuweichen. Die 33ste Deutschlandfahrt wird gekrönt von einem schönen Abend in den Kellergewölben der Augustusburg mit einem phantastischen Buffet und vielen netten Gesprächen. Als wir am Sonntag nach dem gemeinsamen Frühstück bei herrlichem Sonnenschein im Hof des Schlosses von Augustusburg auf die Motorräder steigen, um die 500 km nach Hause anzugehen, sage ich zu Matthias "Wir haben einen vollen Tank, eine halbe Packung Zigaretten, es ist Nacht und wir tragen Sonnenbrillen. Tritt drauf!" Friedhelm Braun

 
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