Nach meinen Kontakten mit Verantwortlichen aus dem Vorstand des BVDM ist es so, dass der Verband (1) - gegen eine Zwangseinführung durch den Gesetzgeber ist (2) - für die freie Wahl eintritt, ob jemand eine ABS-Bremsanlage kaufen möchte, oder nicht Der Punkt (1) war mir so schon bekannt. Der Punkt (2) ist aus meiner Sicht noch wichtiger. Denn die Wahlfreiheit kann nur zusätzlich dadurch garantiert werden, dass die Hersteller sich daran halten, weiterhin ABS als Sonderausstattung anzubieten, und nicht als Serienausstattung. Entsprechend wäre insbesondere auf HONDA, BMW und andere Hersteller einzuwirken. Unabhängig davon muss auch klar sein, dass wer gegen eine Zwangseinführung ist, und für die freie Wahl eintritt, nicht gegen ABS am Motorrad an sich ist, also nicht zwangsläufig. Ganz im Gegenteil. Ich gehe davon aus, dass niemand - auch ich nicht - bezweifelt, dass ABS eine tolle Idee für viele Motorradfahrer ist. Und wir alle wissen, dass es noch erhebliches Verbesserungspotenzial für ABS an Motorrädern gibt, und da muss man noch nichtmal das prominente Beispiel des BMW Integral ABS III hier anführen. Denn auch andere Hersteller bringen ABS Bremsanlagen in den Verkehr, die einer Prüfung nach GPSG vielleicht nicht stand halten würden (Bosch-Brembo, Kawasaki, Hebelblockade). Derzeit ist es aber so, dass jeder freiwillig mögliche Risiken mit sogenannten Sicherheitssystemen eingeht. Wer z.B. heute ABS will, und I-ABS III kauft, und dann verunfallt der möchte sich doch nicht mehr wirklich darüber beschweren, oder? Anders verhält es sich, wenn der Staat per Zwangseinführung ABS verordnet, oder wenn gar keine Motorräder ohne ABS seitens der Hersteller angeboten werden. Dann stellen sich durchaus Fragen der zivilrechtlichen Haftung, Fragen der strafrechtlichen Haftung aber auch ganz sicher Fragen nach der Konformitiät mit der Verfassung. Ich habe an anderer Stelle darauf hingewiesen. Inzwischen habe ich erfahren, dass auch andere, wesentlich kleinere, Interessensvertetungen der Motorradfahrer sich in der Sache deutlich positionieren werden. Das müssen die aus meiner Sicht auch, weil die an PR-Kampagnen ("besser bremsen") teilgenommen haben, auf die sich der Regierung beim Versuch der Zwangseinfühurng beruft! Wenn das mal nicht ein Schuss nach hinten war, denn die Regierung beruft sich auf alle Akteure, die daran beteiligt waren. Strategisch betrachtet war das ein cleverer Schachzug des politischen Lobbyisten, der die Kampagne leitete. Wie jeder weiß, ist ja MOTORRAD auch dabei. Eine Zeitschrift, die nachweislich seit September 2004 die Nachrichten über Bremsprobleme an ABS-Bremsanlagen unterdrückt hatte. Sollte es zum ABS als Zwang seitens der Regierung kommen, oder als Quasi-Zwang durch die Hersteller, dann soll sich jeder daran erinner können, wie es dazu kam. Es ist wichtig, die Vorgänge nicht als zwangsläufig zu begreifen, sonder als kalkuliert! der_general
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