RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Wenn der 30.03. zu knapp ist, finden wir sicher noch einen anderen Termin. Zudem wird der BVDM die Spritkosten für diesen Test übernehmen. Also meldet Euch Leute, wann habt Ihr schon einmal die Gelegenheit, Spaß mit einem Test zu verbinden ohne auch noch den Sprit bezahlen zu müssen.
Michael Lenzen, 1. Vorsitzender BVDM; BVDM, Mit Sicherheit mehr Spaß
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Hallo Samasaphan,
ein paar Tage nachdem ich die Top12 angeschrieben hatte habe ich auch noch eine Anfrage an MZ geschickt. Leider bisher ohne Reaktion.
Nachdem die persönliche Nachbereitung meiner verschneiten und verschlammten Ostertour (Rallye => http://www.Baja-Saxonia.de) nun abgeschlossen ist werde ich muß ich nun mal schnellstens die Anfrage bei den "Säumigen" Herstellern formulieren Also da wären: KTM Ducati Aprilia / Moto Guzzi MV Agusta / Cagiva und MZ
die Aussagen der anderen waren zwar auch nicht unbedingt aufschlussreich.... ...aber sie haben immerhin reagiert
Kommen wir zur der anderen Frage der Bio Ethanol Diskussion.
Wie verhält sich ein Motorrad das Normalbenzin (91 Oktan) braucht bei Super Plus (98 Oktan) Die Schadstoffemissionen werden wir nicht messen können. Den Spritverbrauch evtl. schon.
Dazu suchen wir/ich "Freiwillige" die Lust haben an einem kleinen Versuch im Kölner Raum teilzunehmen (sie erste Seite dises Threads) Aus meinen persönlichen Kölner Moppedfahrerkreis konnte ich schon ein paar interessieren... Die Aussage des Versuchs ist aber besser wenn 10 oder 15 dabei sind als 4!
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Hallo Olaf,
vielen Dank dass Du mich auf dieses Thema aufmerksam gemacht hast. Darüber hatte ich mir bisher noch gar keine Gedanken gemacht. Nun bin ich mal gespannt, wie meine "Kleine" die 98 Oktan so verträgt und würde gern an Deiner Ausfahrt teilnehmen. Am 06.04. hätte ich noch frei .
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Hallo Olaf,
wenn wir am Sonntagmorgen starten und gegen 14 Uhr zurück sind, bin ich dabei. Hast Du schon einen Startpunkt ausgewählt. Dann lege doch einfach Ort und Uhrzeit fest. Ich poste das Ganze auch gerne noch auf unserer Homepage unter News.
Michael Lenzen, 1. Vorsitzender BVDM; BVDM, Mit Sicherheit mehr Spaß
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Zum ursprünglichen Thema: Leider bin ich erst Sonntag dazu gekommen mich nocheinmal an die Hersteller bzw. Importeure zu wenden. KTM habe ich einen Brief geschrieben. diesmal aber anch Österreich und nicht an die Importeursadresse. Den andere (Ducati, Aprilia/Moto Guzzi, MV Agusta/Cagiva, MZ) habe ich eine Mail geschickt (Info@hersteller.de) und den Originalbrief angehangen. An MV Agusta/Cagiva ging parallel noch ein Brief, da ich mittlerweile 2 Adressen habe (Wesseling-Berzdorf und Königswinter)
Die Mails an Ducati, Aprilia und Moto Guzzi wurden noch nicht mal angepackt. Die Mail an Cagiva ist "not read", die Mail MV Agusta im gleichen Hause "read", jeweils von einem Hr. Udo Dörich
Dafür hat MZ sofort geantwortet:
In Antwort auf:Sehr geehrte Damen und Herren,
wir empfehlen ab 2009 für alle MZ-Zweitakt-Fahrzeuge die Verwendung von Super-Plus-Benzin.
Zur Verträglichkeit der aktuellen Modelle mit E10 kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden.
Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag R. Schierz Technischer Kundendienst
Immerhin eine Antwort Leider auch nicht sehr informativ, wie bei anderen auch....
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Zum eigenen Versuch.
Mein "Normalbenzin" Motorrad hatte sich der Tage im Stand in der Garage des Gabelöls an einem Gabelholm entledigt Okay die Dichtungen sind min. 17 Jahre alt Das Problem habe ich heute gelöst (fehlen nur noch die "Staubkappen" von Suzuki)
Leider verspricht das Wetter für Sonntag ja nicht so gutes Aber jetzt will ich es wissen. Zur Not als kleiner Vorabversuch für einen großeren Feldtest.
Also ich werde am Sonntag den 6.4.08 ab 9:30 Uhr an der Shell-Tankstelle, Lustheide 110, 51427 Bergisch Gladbach sein. Das ist A4 Abfahrt Refrath, oben links (von Köln kommend) und dann nach ein paar Hundert Metern auf der linken Seite.
Eine möglichst schöne aber auch für einen solchen Versuch repräsentative Route (neben schönen Moppedstrecken auch Autobahn und Ortschaft) werde ich bis dahin ausarbeiten.
Hoffe Funduro, RP und Torsten stehen auch bei Regen zu Ihrem Wort.
Zum Ablauf. Kann 2x10l und 1x5 l Kanister beisteuern, sowie eine Messbecher mit 1l (Passt leer irgendwie alles auf eine DR 350). Tank jedes Motorrads sollte an der Tankstelle möglichst leer sein. Wir lassen den Sprit vor dem tanken über den Benzinschlauch ab. Moppeds wie die DR 350 werden dann nocheinmal auf die linke Seite gelegt, damit auch alles was möglich ist abläuft.
Dann wird getankt. Möglichst soviel wie das Motorrad für die geplante Runde verbraucht plus einer kleinen Reserve (sollte Torsten dabei sein wird er Sprit für den Notfall dabei haben). Nach der Runde (Ziel Shell Tanke) lassen wir den Sprit über den Benzinschlauch wieder ablaufen und messen Ihn. Nun tankt jeder die gleiche Menge Sprit (91-98 oder 95-100 Oktan) und wir fahren die Runde erneut und messen danach wieder den Sprit.
Dann bekommt jeder den in Kanister abgefüllten Sprit zurück... ...und wir fahren noch ein Stück oder fahren irgendwo ein Kaffee trinken...
Zum zeitlichen Ablauf. Bis 17 Uhr (RP) sollte der Versuch abgeschlossen sein. In kleiner Gruppe auch bis 14 Uhr (Michael). Das kann ich aber leider nicht garantieren.
Je nach dem was beim Versuch im kleinen herauskommt, kann man den Versuch im großen und bei besserer Wetterprognose ja noch einmal wiederholen.
Also ich bin am Sonntag den 6.4. ab 9:30 an der oben genannten Shell Tankstelle und mache das im Notfall (bei Sturm und Regen) im Eigenversuch.
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Hallo,
wenn es nicht gerade in Strömen regnet oder im Bergischen alles vereist ist, werde ich mit einem 5 l Kanister und einem 1000 ml Messzylinder im Gepäck am Sonntag zum (Vor-)Versuch anreisen.
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
@ Samasaphan: Hallo, Du auch hier!!! Na, jetzt werden die Emmentreiber langsam mehr... Bitte bleibt an der Sache drin, find ich sehr interessant! Gruß, Martin.
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Heute war dann auch die Antwort von Ducati im Briefkasten:
In Antwort auf:Verträglichkeit der Ducati Motorräder mit Bio Ethanol Ihr Schreiben vom 16.02.2008
Sehr geehrter Herr XYZ,
für die späte Rückmeldung auf ihr o.g. Schreiben möchte ich mich krankheitsbedingt entschuldigen. Gerne möchte ich Ihnen nun Ihre Fragen zum Thema Bio Ethanol und dessen Verträglichkeit beantworten.
- Welche Motorradmodelle vertragen Kraftstoff mit 5 % Beimischung von Bio Ethanol (E5)? Zunächst sei darauf hingewiesen, dass es für die Eigenschaften des Ethanols unerheblich ist, ob dieser biologisch oder auf andere Art und Weise erzeugt wurde. Die derzeit gültige Norm DIN EN 228 sieht bereits vor, dass ein genereller Ethanol-Anteil von bis zu 5% zulässig ist. Ein Anteil von 5% Ethanol wird folglich von allen Ducati Modellen vertragen.
- Welche Motorradmodelle vertragen Kraftstoff mit 10 % Beimischung von Bio Ethanol (E10)? Hierzu laufen noch Langzeitstudien in unserem Hause. Sollte ein Bio-Ethanol-Anteil von 10% zu Beginn des nächsten Jahres beschlossen werden wird es rechtzeitig hierzu eine entsprechende Empfehlung von Ducati an unsere Kunden geben.
- Welche Motorradmodelle vertragen Kraftstoff mit höheren Beimischungen von Bio Ethanol oder können mit Anpassungen mit reinem oder überwiegenden Bio Ethanol (E50, E 85, E100) betrieben werden? Von der Verwendung von Kraftstoffen mit einem höheren Anteil an Ethanol raten wir auf Grund der aggressiven Eigenschaften von Ethanol ab.
Als gängige Empfehlung für Fahrzeuge die den hohen Bio Ethanol Anteil nicht vertragen wird angegeben Super Plus zu tanken. Gibt es bei Ihnen Untersuchungen darüber wie sich das tanken von Kraftstoff mit 98 Oktan auf den Benzinverbrauch und das Abgasverhalten auswirkt bei Motoren die für 95 oder nur 91 Oktan ausgelegt sind? Ducati schreibt für alle Fahrzeugmodelle die Verwendung von „Super“-Kraftstoff mit 95 Oktan vor, die Verwendung von „Super Plus“ mit 98 Oktan wird empfohlen. Negative Auswirkungen auf Benzinverbrauch und Abgasverhalten bei der Verwendung eines Kraftstoffes, dessen Oktanzahl über den vorgeschriebenen Wert liegt sind nicht zu erwarten.
Mit freundlichen Grüßen,
Kai Swaton Presse & PR, After Sales
Spät, dafür auf Nachfrage sofort und als einzige individuell auf die Fragen eingehend.
Natürlich ist es richtig, das es für die Wirkung des Ethanols keine Rolle Spiel, wie es hergestellt wurde.
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Hallo Olaf und alls Testwilligen,
nachdem Gabriel zurückgerudert ist, müssen wir den geplanten Test nicht mehr kurzfristig durchführen. Da ich diesen Vesuch dennoch für den interessant halte, denn er gibt Aufschluss, was an Mehrverbrauch (und damit an erhöhtem CO2-Ausstoß) zu erwarten ist, sollten wir ihn in Ruhe vorbereiten und auf eine möglichst breite Basis stellen. Dazu ist aber entsprechende Öffentlichkeitsarbeit, zumindest im Kölner Raum erforderlich. Ich schlage vor, wir suchen eine passenden Termin aus, und machen entsprechend Werbung für unseren Feldversuch. (Vielleicht kann uns die Bundesanstalt für Straßenwesen dabei technisch unterstützen).
Michael Lenzen, 1. Vorsitzender BVDM; BVDM, Mit Sicherheit mehr Spaß
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Aufgrund der Wetterprognose (am Sonntagmorgen noch Schneefall im Testgebiet) werden es immer weniger und weniger.... ...und andere haben da schon lange gebuchte Termine (z.B. Karten für das Hänneschen Theater in Köln)
Am Sonntag (6.4.) werde ich auf jeden Fall einen kleinen Eigenversuch machen ob ich mit der Messmethode wie ich sie vorgeschlagen habe ein verwertbares Ergebnis erzielen kann. (DR 350 ist vorbereitet - fehlen nur noch die Staubkappen für die Gabel von Suzuki).
Der Eigenversuch startet am Sonntag und dann im Kölner Westen (Widdersdorf, A1 Abfahrt Boklemünd, Pulheim) und hat zum Ziel die Versuchsmethode zu testen und weniger auf schönen Motorradstrecken zu fahren. 100 km je Runde sollten es sein.
Funduro ich rufe Dich noch an. Sollte noch jemand Interesse haben an diesem Versuch zur Testmethode teilzunehmen, der kann mir gerne ein persönliche Mail schicken. Die Adresse findet Ihr hier: http://www.bvdm.de/index.php?id=115 (Gibt nur einen Olaf aus Köln dort)
Aus persönlichen Gründen werde ich aber erst um 11 Uhr mit dem Eigenversuch loslegen
@ Michael, werde berichten. Bei der Organisation eines Versuchs auf breiter Basis zu einem besseren Termin bin ich natürlich dabei. Schön wäre es wenn wir eine Tankstelle in der Nähe schöner Strecken im Boot hätten, wo wir für die Zeit des Versuchs Benzinkanister und Messbecher lagern könnten. Am verbrauchten Sprit könne die ja auch verdienen und ein bisschen Werbung wird es ja auch geben.
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Mit Blick auf die Wettervorhersage am Sonntag und vor allem auf den mir Heute erst bekannt gewordenen "Rückzieher" von Gabriel kann ich nun guten Gewissens meine Terminzusage für Sonntagmorgen 09:30 Uhr zurückziehen Bei einem Feldversuch bin ich gerne mit dabei und helfe auch bei der Vor- und Nachbereitung. Zunächst werde ich mich da mal ein wenig bei meinen Kollegen schlau machen, die mit sowas Erfahrung haben. Dann bis denne mal! Linke Hand zum Gruß, Torsten
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Gestern dann auch die Antwort von MV Agusta/Cagiva per Mail:
In Antwort auf:Sehr geehrter Herr XYZ,
bitte endschuldigen Sie zunächst die überaus lange Bearbeitungszeit Ihrer diversen Anfragen.
Im Bezug auf Ihre Fragen nach der Verträglichkeit der von der Bundesregierung ursprünglich geplanten Regelung mit einem erhöhten Zusatz von Ethanol in den regulären Kraftstoffensorten Benzin und Super möchten wir Ihnen antworten, dass der Hersteller MV AGUSTA Motor S.p.A. die aktuellen Testreihen aufgrund der neuesten politischen Entwicklung vorerst gestoppt hat.
Sollten sich kurzfristig die Pläne der Markteinführung erneut ändern werden wir Sie selbstverständlich über die Verträglichkeit der einzelnen Modelle der Marken MV AGUSTA und CAGIVA in Kenntnis setzen.
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Wer glaubt denn allen Ernstes, dass die Motorradhersteller Versuchsreihen durchführen, um gegebenenfalls ihre Motoren kaputt zu fahren? Ich jedenfalls nicht. Denn kein Motorradhersteller fertigt die Dichtungen und Benzinleitungen und weitere Bauteile, die mit Kraftstoff in Berührung kommen, selber. Die Zulieferer müssen also im Sinne der Produkthaftung garantieren, dass ihre Teile E 10 (10 Prozent Bioethanlo Beimischung. Zurzeit sind es 5 Prozent) verträglich sind. Manche können das, weil in einigen Ländern schon länger ein höherer Bioethanol-Anteil im Sprit verwendet wird. Wenn ein Zulieferer keine Garantie geben kann, heißt es dann von Seiten des Motorradherstellers lapidar: Verwenden Sie SuperPlus. Es wäre schön, wenn sie selber Testreihen durchführen würden und dann ihre Modelle nach positivem Abschluss für E 10 freigeben würden. Aber die meisten scheuen den Aufwand, da bei neuen Modellen eh die Materialien E 10 vertragen.
Was mich an der ganzen Diskussion stört ist die Unaufrichtigkeit und der völlig falsche politische Ansatz. Weniger Umweltbelastung ist gut und richtig, und ein Ersatz für Sprit aus Öl muss über kurz oder lang ohnehin gefunden werden. Aber der zurzeit einfache und gangbare Weg ist doch der, möglichst sparsame Motoren zu bauen. Hier ist noch reichlich Entwicklungspotenzial vorhanden. Nicht nur bei den Motorrädern, sondern auch bei Pkw. Allein die Gewichtsreduzierung (ein normaler Mittelklassewagen wiegt ja mittlerweile schon 1,5 Tonnen!) würde schon viel Sprit sparen und dadurch die Umwelt entlasten. Das Thema wird uns sicherlich noch lange beschäftigen und der BVDM wird hier weiterhin am Ball bleiben, die Entwicklung aufmerksam und kritisch verfolgen und versuchen, seinen Einfluss geltend zu machen. Je mehr Mitglieder wir haben, desto schwerer wiegt unser Wort in der politischen Diskussion. Es gibt viele gute Gründe, BVDM-Mitglied zu werden, nicht nur unser Einsatz für dei Interessen der Motorradfahrer. Schaut auf unsere Homepage (http://www.bvdm.de) oder stellt Eure Fragen zu unserer Arbeit und unserem Angebot hier im Forum.
Michael Lenzen, 1. Vorsitzender BVDM; BVDM, Mit Sicherheit mehr Spaß
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Ja, mit dem E10 hätte man den CO2-Ausstoß bei den Pkw nicht so stark senken müssen. Das wäre quasi verrechnet worden und hätte so den Herstellern der spritfressenden (und damit mehr Schadstoffe produzierenden) Herstellern der automiblen Oberklasse (Mercedes, BMW, Audi, Porsche) geholfen. Deswegen habe ich ja von Anfang an gesaagt, dass E 10 der falsche Ansatz ist. Mehr Bio ist prima, aber dann bitte richtig!
Michael Lenzen, 1. Vorsitzender BVDM; BVDM, Mit Sicherheit mehr Spaß
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Die Neugier war stärker als die Wetterprognose und mal abgesehen von den tiefen Temperaturen war es sonnig
Testobjekt war eine Suzuki DR 350 EZ 1/91 mit Motor und Vergaser im Originalzustand. Nominell hat sie 27PS, wenn nach 42.000 km noch alle Pferdchen da sind.
Die Testrunde war nach GPS Aufzeichnung exakt 108,5 km lang und beinhaltete Dörfer mit Tempo 30, Landstraße, ein bisschen Schotter und auch ein kleines Stück Autobahn. Vor erreichen der Tankstelle wurde der Benzinhahn zugemacht, so das ich jedesmal mit stotternden Motor auf die Tankstelle fuhr (=Schwimmerkammer leer) Dann wurde der Benzinhahn auf Reserve gestellt und der Sprit ablaufen gelassen. Nachdem nichts mehr kam wurde dei DR noch je zweimal auf die linke Seite gelegt und nochmals leer laufen gelassen (rechte Tankseite sonst noch voll). Getankt wurden exakt 5,51 l. Für die erste Runde Normalbenzin, für die 2 Runde Super Plus. Nach der Runde wurde der Sprit in einen Messbecher abgelassen. Nach der Runde mit Normalbenzin waren noch 975 ml im Tank. Nach der Runde mit Super Plus nur noch 620 ml.
Das bedeutet, die Normalbenzin DR hat mit Super Plus auf identischer Strecke bei identischen Tempo 7,83 % mehr verbraucht. (4,18 l/100km zu 4,51 l/100km) Da der Liter Normalbenzin 1,379 €/l gekostet hat, zu 1,439 €/l für den Liter Super Plus ergibt das höhere Kosten von 12,5%
Oder auf gut Kölsch: für die Gleichen 108,5 km lange Strecke hat die DR350 zwei schlecht gezapfte Kölschgläser (0,355 l) mehr verbraucht.
Und noch etwas ist mir aufgefallen. Auf der Autobahn habe ich dann zuerst einmal Vollgas gegeben. Irgendwann began der Motor zu stottern, weil der Sprit wohl nicht schnell genug nachlief. Mit Normalbenzin erreichte ich (nach GPS Aufzeichnung) eine Höchstgeschwindigkeit von 136 km/h. Mit Super Plus waren es nur 132 km/h.
Sicher war das nur eine Stichprobe. Aber das Ergebnis, auch unter Beachtung von Messtoleranzen eindeutig.
Bin gespannt ob ein Versuch im größeren Masstab das gleiche Ergebnis liefert
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Hallo Olaf,
vielen Dank für Deinen Test. Er bestätigt Deine Vermutungen. Die Frage ist natürlich ob das bei modernen Motoren mit Einspritzanlagen und entsprechender Motorsteuerung auch der Fall ist. Vielleicht können wir ja für einen Feldversuch auch eine Motorradzeitschrift gewinnen, die das Ganze redaktionell begleitet.
Michael Lenzen, 1. Vorsitzender BVDM; BVDM, Mit Sicherheit mehr Spaß
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Hallo zusammen,
auch wenn momentan erst mal Ruhe mit Bioethanol ist, mich würde schon interessieren, ob es an einer entsprechenden Versuchsreihe über den Mehrverbrauch durch SuperPlus ein Interesse gibt. Wenn es Euch egal ist, dann brauchen wir uns auch nicht darum zu bemühen, einen größer angelegten Feldversuch zu starten. Schreibt doch mal, wie Ihr darüber denkt.
Michael Lenzen, 1. Vorsitzender BVDM; BVDM, Mit Sicherheit mehr Spaß
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Das Thema ist zwar erst einmal vom Tisch, aber irgendwann kommt es bestimmt wieder hoch und dann sollten wir vorbereitet sein.
Also mich interessiert die Frage auch in einem größeren Feldversuch! Funduro und 2-3 andere haben auch Interesse signalisiert - wenn die Wetterprognose nicht wieder derart negativ ist wie letzten Sonntag.
Ist vor allen eine Frage des Termins. Aber da die Zeit nicht mehr drängt kann man das ja auch gut vorbereitet z.B. im Juni (Vorschlag 8., 15. oder 29.6) oder später angehen. Termin wird der, bei dem am meisten können.
Also ich bin auf jeden Fall dabei.
Kontakt zu möglichen Tankstellen (Lagerung von Kanistern und Messmitteln) würde ich vorher aufnehmen. Wenn darüber auch ein kleiner Bericht in einer Motorradzewitung wäre umso besser. Leider fehlen mir da jegliche Kontakte um mal bei den verantwortlichen Redakteuren vor zu fühlen.
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Hallo Olaf,
um die Presse kann ich mich kümmern. Auch um die Bekanntgabe in den örtlichen Tageszeitungen, um noch weitere Mitstreiter zu finden. Vielleicht gibt es ja eine FH, die das Ganze wissenschaftlich begleiten will. Aber der Aufwand lohnt sich wirklich nur dann, wenn ein entsprechendes Interesse da ist, das dann bitte auch hier mit Meldungen dokumentiert wird. Also meldet Euch!
Michael Lenzen, 1. Vorsitzender BVDM; BVDM, Mit Sicherheit mehr Spaß
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Es gibt weitere Reaktionen. Gestern am 27.6.08 erreichte mich ein Brief von BMW:
In Antwort auf:Thema: BMW Motorräder
Sehr geehrter Herr Biethan,
Wir kommen zurück auf unseren Zwischenbescheid.
Wir haben unseren BMW Motorrad Partnern bereits im Jahr 2007 eine Serviceinformation zur Verwendung von Kraftstoff mit Ethanolbeimischungen zur Verfügung gestellt. In dieser Information äußern wir keine Bedenken gegen Ethanol bei einem Beimischungsverhältnis von maximal 10 Prozent. Wie Sie sicher aus der Presse erfahren haben, wurde die Einführung des sogenannten E10-Kraftstoffs zum 1. Januar 2009 aber inzwischen von den politischen offiziell zurückgestellt.
Bei einer größeren als 10%igen Beimischung gehen wir zum heutigen Zeitpunkt von Schäden an Bauteilen aus, die mit diesem Kraftstoff in Berührung kommen. Genauere Untersuchungen hierzu laufen derzeit noch bei uns im Hause. Von unserer Seite wird angestrebt bis zum Ende dieses Jahres weitere Erfahrungen gesammelt zu haben, um unsere BMW Motorrad Partner mit detaillierten Informationen zur Verwendung von Kraftstoffen mit höheren Ethanolanteil versorgen zu können. Gerne wird Ihnen Ihr BMW Motorrad Partner ab diesem Zeitpunkt diese Informationen zur Verfügung stellen.
Mit besten Grüßen BMW Motorrad
i.V. Thomas Bauer Leitung BMW Motorrad Direct
Es gilt das gleiche wie für alle von mir abgeschriebenen Briefe.
Positiv ist das BMW das Thema nicht vergessen hat - es wird wieder kommen!
Auch positiv zu erfahren, daß wahrscheinlich eine Beimischung von 10% unkritisch ist. Leider unklar, ob das für alle BMW gilt (also auch eine R45 oder gar R25 als Oldtimer) oder erst für die nach Einführung der Vierventilboxer.
Persönliche amüsierte Randbemerkung. Der Brief wurde 22.6.08 verfasst - also einem Sonntag
Soviel Einsatz muss belohnt werden Innerhalb 4 Tagen hat er es zur hausinternen Poststelle geschafft (Poststempel 26.6.08) Bisher kannte ich solche interne Laufzeiten nur von mir als Steuerzahler mitfinanzierten Behörden......
Zum Thema Verbrauch von Normalbenzin Motorrädern mit Super plus werde ich mal einen neuen Thread aufmachen.
RE: Motorräder und die Verträglichkeit mit Bio-Ethanol
Leider gibt es nirgendwo aktuellere Informationen als hier im Thread berichtet.
Die Motorradhersteller oder Importeure werden sich hüten ohne Zwang irgendetwas verbindliches zu äussern. (meine persönliche Meinung) Es hat sich auch kein Hersteller oder Importeure mit neuen Informationen bezüglich Verträglchkeit einzelner Modelle geäussert. Es wurde nach meinem Wissen auch in keinem anderen Medienbericht verfolgt.
Im Zweifelsfall hilft halt nur den Hersteller oder Importeure des eigenen Motorrads oder dessen Vertreter (Händler) mit Fragen zu bombardieren. "Kann ich mit meinem Motorrad nach Frankreich reisen, ohne das Schaden nimmt?"
Das Ergebnis dieser Fragen währe hier natürlich berichtenswert!