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Ein Motorradfahrer passiert die Elipsen auf der Panoramastraße. Foto: Lenzen
Es ist richtig heiß, als ich zum vereinbarten Drehtermin mit dem Team der Sendung Galileo am vereinbarten Treffpunkt an der Panoramastraße (L218) in der Nähe von Vossenack im Kreis Düren eintreffen. Mehr als 30 Grad zeigt das Thermometer und ich soll aus Sicht der Motorradfahrer und des Verbandes berichten, warum die dort in zwei Linkskurven (eine bergauf und eine bergab) aufgetragenen Fahrbahnmarkierungen ein Sicherheitsgewinn sind und wie sie funktionieren. Dazu darf ich noch als Film-Model dienen und gefühlt 50-mal bei der Hitze durch die Kurven fahren. Aber dieser bundesweit einzigartige Pilotversuch ist in meinen Augen die Mühe wert und ich bin sehr optimistisch, dass diese Fahrbahmarkierungen nach Ende des Versuchszeitraum in Straßenverkehrsordnung aufgenommen und damit bundesweit auf vielen Strecken Motorradunfälle verhindern können.
Am 17. Mai 2023 ist der Versuch von Straßen NRW und RWTH Aachen, dem Kreis und der Polizei Düren gestartet, der BVDM war bei der Eröffnung dabei. Das NRW-Verkehrsministerium unterstützt das Projekt und hatte beim Bundesverkehrsministerium einen Verkehrsversuch beantragt. Denn einfach so Markierungen auf einer Straße aufbringen, auch wenn das in anderen europäischen Ländern - allen voran Österreich - seit zehn Jahren erfolgreich in der Praxis angewandt wird, ist in Deutschland nicht möglich. Ziel der Markierungen ist es, die Motorradfahrenden auf einer sicheren Linie durch die Kurven zu führen. Das heißt entsprechend weit außen, um so eine Kollision mit entgegenkommenden Fahrzeugen zu verhindern. Gerade in engen Kurven kommt es immer wieder zu Unfällen, weil Fahrzeuge und Fahrer über die Mitte hinaus in die Gegenfahrbahn kommen. Das wird mit den Ellipsen wirkungsvoll verhindert, wie das Pilotprojekt, das Ende des Jahres ausläuft eindrücklich belegt.

Dirk Kremer von der RWTH Aachen erläutert für die Fernsehsendung Galileo die Funktionsweise der Kringel. Foto: Lenzen
Verantwortlich für die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der Modellprojektes war Dirk Kremer von der RWTH Aachen. Er erläuterte für den Fernsehbeitrag die Funktionsweise der Ellipsen und den Hintergrund. Es gab einen deutlichen Rückgang der Unfallzahlen, die meisten Motorradfahrer fuhren auf der gewünschten Linie und nicht über die Ellipsen, die durchschnittliche Geschwindigkeit war ebenfalls niedriger als ohne die Markierungen. Schon in der Fahrschule lernen alle Motorradfahrenden, dass Fahrbahnmarkierungen rutschig sein können und eine schlechtere Griffigkeit aufweisen. Daher meiden die meisten Motorradfahrer diese Markierungen, nicht nur bei Nässe. Und genau dieses Verhalten wird bei den Ellipsen genutzt. Die wissenschaftliche Auswertung gibt es hier.
Das Fernsehteam hat sich sehr viel Zeit genommen und sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. In meinen Augen ist der Beitrag sehr gelungen. Hier der Link zu der Sendung: https://www.joyn.de/play/clip/g-checkt-was-steckt-hinter-den-ungewoehnlichen-lebensretter-kreisen