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Nebenkontrolle an einer Sternwarte. Foto: Lenzen
Das Hallo und die Überraschungen am Zielort vor dem Bürgersaal auf dem Schlossplatz in Gersfeld waren groß. Denn die Teilnehmer wussten nicht, wer alles bei der 44. Deutschlandfahrt des Bundesverbandes der Motorradfahrer am Start waren. Und ich hatte unterwegs nur wenige andere Teilnehmer getroffen und so war auch ich überrascht, wer so alles teilgenommen hatte. Einige, die seit vielen Jahren nicht mehr mitgefahren waren, einige Neulinge aber auch viele die regelmäßig dabei sind.
Organisator und Ausrichter Wolfgang hatte in diesem Jahr die Rhön als Zielgebiet auserkoren und nach so vielen Jahren Deutschlandfahrt ist auch klar, dass es nicht mehr viele weiße Flecken auf der Deutschlandkarte gibt, die noch nicht unter die Räder genommen wurden. Einige der Nebenkontrollen waren auch schon bei anderen Deutschlandfahrten schon mal im Programm, so etwa die Schanze im Oberhof oder Alphapoint Charlie.

Christoph mit dem Fragebogen an der Hauptkontrolle 5. Foto: Lenzen
Ich hatte mir eine Route ausgearbeitet, die für eine ordentliche Platzierung reichen sollte, wenn denn alles nach Plan laufen würde. Die Erfahrung lehrt, dass das meistens eben nicht funktioniert, von daher hatte ich eingeplant, die ein oder andere Nebenkontrollen zu streichen, wenn es eng werden sollte, denn ich wollte überwiegend entspannt fahren. Das Reglement ist nicht allzu schwer. Es gibt neun Hauptkontrollen mit je vier Nebenkontrollen, von denen eine unbekannt ist. Deren Position erfährt man erst an der zugehörigen Hauptkontrolle. Es gibt Mindestfahrzeiten: Zwischen den Hauptkontrollen eine Stunde, pro Nebenkontrolle eine halbe Stunde. Bei einer HK mit vier NK also drei Stunden. Er nach Ablauf dieser Zeit kann von der nächsten HK starten. Am Freitag gibt es elf und am Samstag sechs Stunden Fahrzeit. Die Fahrtunterlagen werden rund 14 Tage vor dem Termin (immer das letzte Augustwochenende) verschickt, so dass entsprechend Zeit zur Vorbereitung bleibt).
Als Start hatte ich die Hauptkontrolle 2 gewählt, wo ich auf Monika und Martin traf, die sehr viel Erfahrung in Sachen Deutschlandfahrt haben, schließlich hat Martin sie viele Jahre selbst ausgerichtet. Das Kelten-Hotel in Unterbreizbach hatten auch einige andere Teilnehmer als Startpunkt gewählt, wie sich am Freitagmorgen herausstellte.

Dagmar mit dem Wertungsheft von Dirk beim Start an der HK 5 am Freitagmorgen. Foto: Lenzen
Das Wetter war durchwachsen, aber es regnete nicht, als ich zum US-Camp Point Alpha startete. Der Besucherparkplatz war auch direkt gefunden, aber dann ging die Sucherei nach den Antworten auf die drei Fragen los. Mittlerweile trafen auch die anderen sieben Startern ein, doch trotz aller Bemühungen, der Fahrt zu anderen Parkplätzen und dem Austausch untereinander fand ich keine der gesuchten Antworten. Es war schon fast 9 Uhr, als ich mich auf dem Wege zur nächsten Nebenkontrolle machte, die war auch bald erreicht und die Fragen gefunden, auch bei den anderen beiden Nebenkontrollen lief es gut.
Mit knapp 10 Minuten Verspätung erreichte ich meine nächste Hauptkontrolle. Leider lag die unbekannte Kontrolle, für meine Planung zu ungünstig, so dass ich nur zwei Nebenkontrollen anfuhr. Das dauerte etwas länger als gedacht, so dass ich bei der nächsten HK schon eine gute Viertelstunde über der geplanten Zeit war. Damit war klar, dass ich eine Nebenkontrolle streichen musste. Zudem schüttete es mittlerweile wie aus Kübeln, rund zwei Stunden lang war ich in dem Nass unterwegs, Hände und Füße waren klatschnass. Pünktlich an der Hauptkontrolle 5 ließ der Regen nach. Bei der Weiterfahrt blieb es dann trocken.
Nach einer Nebenkontrolle fuhr ich zur HK 7 mit ebenfalls einer Nebenkontrolle, eine zweite hätte wohl noch gepasst, aber ich wollte auf Nummer sicher gehen und so kam ich frühzeitig bei meinem Nachtstation bei Dagmar an der HK 8 an. Auch hier fanden sich wieder einige Mitstreiter ein, die allerdings nicht vor Ort übernachteten, sondern andere Quartiere in der Nähe gewählt hatten.
Der nächste Morgen war einigermaßen trocken, aber es gab reichlich Nebel. Dennoch lief es richtig gut, alle Nebenkontrollen waren zeitig erreicht, die Antworten schnell gefunden und so kam ich mit einem Zeitbonus von rund 25 Minuten an der HK 9 bei Calli und Ulrike an. Dort waren schon Christels Jungs und Uli eingetroffen. Sie hatten den gleichen Plan wie ich und nachdem wir an der ersten Nebenkontrolle gemeinsam ankamen, fuhren wir auch den Rest der Strecke zusammen. Das Wetter war gut, die Straßen erfreuten uns mit reichlich Kurven und gutem Grip, es machte richtig Spaß und wir kamen rund 20 Minuten vor der Zeit an der Zielkontrolle an. Noch schnell das Wertungsheft abgegeben und dann die anderen Teilnehmer begrüßt. Natürlich hatte ich unterwegs den ein oder anderen gesehen oder getroffen, die allermeisten Mitfahrer hatte ich bislang aber noch nicht gesehen. Es war schön zu sehen, dass auch einige Neulinge dabei waren.

An der Zielkontrolle werden die Wertungshefte abgegeben. Als Erinnerung erhält jeder Teilnehmer eine Kachel. Foto: Lenzen
Nach einem ausgezeichneten Buffet stieg am Abend im Bürgersaal die Spannung. Wolfgang begrüßte die Teilnehmer, als Vorsitzender des BVDM dankte ich Wolfgang für die Ausrichtung der 44. Deutschlandfahrer und seine Arbeit. Der langanhaltende Applaus der Anwesenden bestätigte, dass er wieder eine großartige Arbeit geleistet hatte, die allerdings noch deutlich mehr Teilnehmer verdient hätte. Das besondere Format der Deutschlandfahrt mit selbst planen, Ziele anfahren und Fragen beantworten und dabei tolle Orte und schöne Landschaften entdecken sowie neue Motorradfahrer kennenlernen, hat sich seit 50 Jahren bewährt, denn die erste Deutschlandfahrt des BVDM wurde 1976 veranstaltet. Immer wieder wurden die Regularien dem aktuellen Stand der Technik angepasst, der Spaß und die Herausforderung sind immer geblieben. Alle Teilnehmer sollten möglichst viel Werbung für diese gelungene Veranstaltung machen.

Gruppenfoto mit allen Siegern der verschiedenen Klassen. Foto: Lenzen
Bei der Siegerehrung konnte sich das Team Engel und Bengel bei den Mannschaften über den ersten Platz freuen, bei den Teams siegten Inge und Peter und den Titel im Einzelwettbewerb holte Stefan B. Und der Autor? Der freute sich über seinen achten Platz, viel mehr als er angesichts des durchwachsenen ersten Fahrtages vermutet hätte. Und die Platzierung ist ohnehin zweitrangig, es war eine tolle Fahrt mit vielen schönen Erlebnissen und ich hoffe, dass es auch im nächsten Jahr wieder eine Deutschlandfahrt gibt, an der ich teilnehmen kann.

Der Parkplatz vor dem Bürgersaal war gut mit Motorrädern gefüllt. Foto: Lenzen