Der Landtag von Niedersachsen. Foto: Lenzen
Der Landtag von Niedersachsen. Foto: Lenzen

Daten der Messgeräte am Geschwindigkeitstrichter in Rühle ausgewertet

Im Juli 2025 hat der Landkreis Holzminden fünf sogenannte Geschwindigkeitstrichter eingerichtet, um vor und hinter Ortsein- und  -ausgängen die Geschwindigkeit und damit auch die Lautstärke zu reduzieren.

Die Geschwindigkeitstrichter sind Teil eines Maßnahmenpaketes, das der BVDM dem Landkreis Holzminden empfohlen hatte. Für die Vorschläge des Motorradfahrerverbandes hatte sich Sabine Tippelt, Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages, stark gemacht. Es wurde vereinbart, dass dem BVDM die Daten der installierten Messanlagen zur Verfügung gestellt werden. Nachdem diese Daten vorlagen, hat Rainald Mohr, der frühere Referent für Streckensperrungen, die vorliegenden Zahlen für Rühle ausgewertet und in einer Videokonferenz an der Sabin Tippelt, Carsten Becker zuständiger Referent des Landkreises, und Jonas Farwig, Mitarbeiter von Sabine Tippelt, sowie Michael Lenzen, Vorsitzender des BVDM, teilnahmen, erläutert. Um eine noch besser belastbare Aussage zu bekommen, vereinbarten die Teilnehmer, auch die Zahlen aus dem laufenden Jahr auszuwerten und in die Beurteilung einzubeziehen.

Eins zeigte die Analyse, die der BVDM zu gegebener Zeit ausführlich vorstellen wird, aber schon jetzt: Die Maßnahmen zeigen Wirkung, die gefahrene Geschwindigkeit ging ebenso zurück, wie die Lautstärke. Ein geringer Prozentsatz an deutlich zu schnellen Fahrzeugen war aber immer noch festzustellen. Um hier Erfolge zu erzielen, müssten intensive Polizeiaktionen erfolgen, so Rainald Mohr. Sabine Tippelt kündigte an, dass es einen Termin mit dem Wirtschaftsministerium geben werde, in dessen Zuständigkeit auch der Verkehr fällt. Das Thema sei noch nicht vom Tisch, so Tippelt.

Zum Hintergrund:

Der Kreistag von Holzminden hatte im Januar 2024 beschlossen, ein von der Deutschen Umwelthilfe erarbeitetes Pilotprojekt gegen Motorradlärm umzusetzen. Der Aktionsplan sah so genannte Lärmpausen und Fahrverbote für Motorräder mit einem Standgeräusch von mehr als 90 Dezibel (analog um Tiroler Modell mit 95 Dezibel) vor. Das Projekt wurde durch das niedersächsische Umweltministerium unter Minister Christian Meyer (Grüne) mit 100.000 Euro gefördert.

Gegen diese seiner Meinung nach rechtswidrigen Maßnahmen hatte der BVDM massiv Front gemacht. Er schaltet einen Anwalt ein und Akteneinsicht beim Landkreis Holzminden. Das niedersächsische Wirtschafts- und Verkehrsministerium bezweifelte die Rechtmäßigkeit des „Tiroler Modells“ für Deutschland und die für April 2024 geplanten Streckensperrungen waren vom Tisch. Der BVDM hatte auch die Motorradfahrer mobilisiert und mit einer Demonstration auf das Vorhaben von Landkreis, Umweltministerium und Umwelthilfe aufmerksam gemacht.

Um die Lautstärke zu senken hatte der BVDM in einem Arbeitskreis auch ein Maßnahmenpaket vorgeschlagen, die Geschwindigkeitstrichter sind ein Teil davon.

Der BVDM bleibt weiter am Ball

Der BVDM bleibt hier weiter aktiv am Ball und ist froh, dass die geplanten Streckensperrungen erfolgreich verhindert werden konnten. Er fordert alle Motorradfahrer und Verkehrsteilnehmer zu einer rücksichtvollen Fahrweise auf.