Mystery-Tour 2026
Eine Teilnehmerin startet an der Kuchenkontrolle.

Das Internet ist für uns alle #Neuland

Der deutschen Tugend entsprechend, startete die Fahrerbesprechung der diesjährigen Mystery-Tour pünktlich um Punkt 10 Uhr. Michael erklärte für alle verständlich die Aufgabenstellung mithilfe von Flipchart und QR-Codes. Die Möglichkeit, die Rätsel der Tour auch neumodisch mit App lösen zu können, überraschte mich. Diese Voraussetzung zu bieten, schafft so mancher „Digital Native“ nicht.

Die Smartphone-Variante funktionierte ohne Probleme, die größte Herausforderung stellten am Ende die „zu dicken Finger“ und die automatische Rechtschreibkorrektur dar. Hut ab für diese Leistung! Aber zurück zur Abfahrt: Reibungslos ging es auch weiter mit der Vergabe der Abfahrtszeiten und der ersten Challenge.

Ach du liebe Zeit, was’n das für’n Kaff? Wenn möglich bitte wenden.

Gespannt spekulierten Tabea und ich schon am Vorabend, welche mysteriösen Rätsel es wohl zu lösen gäbe. Zu Beginn galt es, die Koordinaten der Bordkarte in Motorradziele im echten Leben umzuwandeln. Kein Problem, zumindest in den meisten Fällen. Als dann jedoch nach Formaten der Koordinatenangaben gefragt wurde, und herauszufinden war, in welcher Himmelsrichtung die eine Koordinate zur anderen stand und wir abschätzen sollten, welcher der drei gegebenen Längen- und Breitengrade zu welcher Stadt (Berlin, München, Sydney) gehörte, kamen wir schon angestrengt ins Grübeln.

Zusätzlich begannen wir direkt voller Eifer bei der ersten der sechs Stationen damit, in Grad, Minuten und Sekunden umzurechnen, dabei war nur nach den Minuten gefragt. Genau zu lesen war eine Voraussetzung, die man gerne mal vergisst. Es drehte sich aber nicht alles um das GPS, es galt auch, die QR-Codes erst einmal zu finden, Hinweistafeln zu lesen und Infoständer reden zu lassen. Rund um eine abwechslungsreiche, spannende und knifflige Rätseltour, die allen eine Freude bereitete und jeden bei anderen Aufgaben vor seine persönlichen Herausforderungen stellte.

Wir ridern easy über Berg und Tal, stoppen kann uns nur ein Begrenzungspfahl

Nicht nur die sechs Stationen waren kulturelle oder architektonische Highlights, „Der Weg ist das Ziel“ stumpft nie ab. Gerade für einen Motorradverein! Die Zwischenhalte führten uns über kleine, gut ausgebaute Straßen, Höhenmeter für Landschaftsbilder, bewaldete Täler für kühlen Schatten und vor allem jede Menge Kurven allen Kalibers. Dazu reichlich Sonne, um den kühlenden Fahrtwind ertragen zu können und für griffigen, trockenen Asphalt zu sorgen. Leider hatte ein Landkreis ein kurzes, aber schönes Stück Strecke mit Rollsplit versehen, eine ehemals wunderbar zu fahrende Straße mit Boxenstopp an einer überdimensionalen Holzbank war nun mehr Offroadabenteuer als Schräglagenspaß.

Es ist Obst im Haus!

… aber vor allem Kuchen, Kekse und Getränke während der Kuchenkontrolle (Checkpoint 5) und ordentliche Schnitzel abends im Weserschiffchen. Jeder wurde satt oder mehr als satt, für das leibliche Wohl war gesorgt und gegen Ende ließen die rund 140 Kilometer Gesamtstrecke genug Zeit, auch noch bei einer guten Eisdiele zu halten. Natürlich traf man dort: Weitere sympathische Tourteilnehmende!

Tut das Not, dass das Mopet sooo laut ist?

Alle der etwa 20 Teilnehmenden waren durch die Sitzbank weg sympathische Biker, deren Interesse dem Fahren, dem Rätseln und vor allem dem harmonischen Miteinander galt. Selbst für uns beiden Neulinge, die zum ersten Mal die Mystery-Tour miterleben durften, war von vornherein eine familiäre und offene Atmosphäre spürbar. Ob man sich kannte oder nicht (in unserem Fall meist nicht), man kam jederzeit in gute Gespräche und regen Informationsaustausch.

Woran hat's jelegen? Das ist natürlich immer so die Frage.

Ich sach natürlich immer: woran hat’s jelegen, dass meine dritte Ausfahrt im Rahmen der Touren-Trophy erneut ein maximaler Erfolg war?

  • Klasse Menschen mit ähnlichen Interessen
  • detailliert durchs Orga-Team geplanter Ablauf, liebevoll erarbeitete Rätsel
  • eine Menge Leckereien
  • top Wetter
  • eine herzliche Aufnahme aller Biker

waren der Garant eines vollumfänglich gelungenen Tages.

Selbst wenn der größte Teil der Teilnehmenden die hier verwendeten Film- und Jugendzitate aufgrund höherer Kilometer-Leistung des Alterstachos vielleicht nicht alle kennt, war das Gruppengefüge doch auch für uns beide U30 (im Durchschnitt gerechnet) sehr attraktiv.

Gerne fahren wir erneut mit und vielleicht hat der BVDM auch heute einen weiteren Schritt zum Aufbau des Nachwuchses geschafft.

Die Mystery-Tour entwickelt sich:

Nach den Erfahrungen der feuchtfröhlichen Premiere im letzten Jahr und den Rückmeldungen der Teilnehmer wurde die Mystery-Tour weiterentwickelt. Diesmal war die Strecke eine etwa 130 Kilometer lange Rundtour mit sechs Sehenswürdigkeiten. Das Start- und Ziellokal bot neben Hotelzimmern auch Stellplätze für Wohnmobile und auch der nahegelegene Campingplatz wurde genutzt.

Touren als App

Im Rahmen dieser Tour haben neun Teilnehmer die Optional angebotene „MotoQuizTour“ als Quiz-App, erfolgreich getestet. Die App ermöglicht es, die ausgearbeiteten Touren über einen längeren Zeitraum anzubieten, sie können das ganze Jahr über gefahren werden. Es kann einzeln gefahren oder eine Challenge als Gruppe, wie in diesem Fall, gestartet werden.

Zurzeit gibt es acht fertige Touren in den Regionen Münsterland, Emsland, Teutoburger Wald/Wiehengebirge und Weserbergland als App-Version.

Wer Interesse hat, das zu testen, kann sich unter [email protected] bei mir melden, schaut beim Instagram-Kanal „MotoQuizTour“ oder geht direkt zu https://de.actionbound.com/bounds/user/motoquiztour

 

Ergebnisse

Platz Fahrer Beifahrer Punkte
 Holger S.  Nicole S. 133 
 Ulf M. 133 
 Peter A. 133 
 Inge A. 133 
 Andreas J. 133 
 Tabea N. 133 
 Jörg C. 133 
 Thomas P. 128 
 Carsten S. 128 
 Christian R. 128 
11   Olaf B. 125 
12   Stefan B. 124 
13   Franz B. 120 
14   Thomas S. 110 
15   Jens N. 109 
16   Rainer K. 104 
17   Dirk L. 101 
18   Michael W.  Elvira W. 94 
19   Rolf S. 70 

Bilder zur Mystery Tour 2026 (Fotos: Bojert)