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Am Startpunkt in Erwitzen
Bei der Pättgesfahrt standen wie immer kleine Nebensträßchen auf dem Programm (Pättges ist Münsterländer Platt und bedeutet soviel wie: kleine Wege). Das Weserbergland bietet jede Menge Kurvenspaß und traumhafte Ausblicke ins Wesertal. Als Aufgabenstellung gab es die übliche Chinesenrallye (Roadbook), gespickt mit zwei Sonderprüfungen, bei denen nach Karte gefahren werden musste. Diesmal war erstmalig die Nutzung von Navis erlaubt.
Startpunkt am Samstag, den 30. Mai 2026 ab 10:30 Uhr, war der Landgasthof Nolte, Erwitzen 14, 33039 Nieheim
Hier nun der "Insider-Bericht" von Claudia in ihrer gewohnt humorvollen Schreibweise.
So schien das Motto der diesjährigen Pättgesfahrt zu sein. Aber der Reihe nach…….. Peter hatte ja schon angekündigt, dass er dieses Mal etwas Neues mit uns ausprobieren wollte. So kamen die ersten Neugierigen schon am Freitag noch sehr entspannt an. Wie üblich, trafen wir uns im Landgasthaus Nolte zu Speis und Trank. Der Himmel verhieß nichts Gutes. Die angekündigten Unwetter blieben aber bislang aus. Der mutige Thomas lief gar die vier Kilometer von Pömbsen bis zum Gasthof in Erwitzen zu Fuß. Wir versammelten uns im Hof unter der Markise. Die Farbe des Abendhimmels wirkte besorgniserregend. Kaum hatten wir alle unsere Speisen auf dem Teller, da ging es los. Thunderbolt and lightning, very, very frightening me? Galileo, Not me! Wir rückten enger zusammen unter der Markise, um nicht nass zu werden. Aber stormbringer was coming, die Bediensteten machten sich an der Markisenaufhängung zu schaffen und dieselbige verlor beachtlich an Fläche. Das bedeutete, dass wir alle wie ein Oberkellner mit Teller und Getränk in der Hand in den Gasthof flüchteten. Da hatten wohl alle den selben Gedanken. Es wurde eng und kuschelig. Aber wir schafften es, das Essen zu verputzen, bevor es kalt wurde. Als das Wetter besser wurde, schafften es alle in ihr Bett, wo auch immer es war.


Aufgeregt trafen wir uns am nächsten Morgen wieder unter der frisch ausgerollten geretteten Markise. Unsere geistige Fitness sollte dieses mal nicht durch alkoholische Blockaden verhindert sein. So bemerkte Mike: “ Es trinkt ja keiner mehr was “. Mit einem breiten Grinsen verteilte Peter seine Unterlagen. Die Neuheit des Tages war gar nicht so neu. Auch weitere Fahrtleiter hatten bereits verlangt, Koordinaten ins Navigationsgerät einzugeben. Es handelte sich hierbei um Breiten und Längengrade in nord/östlicher Richtung. Dieses Mal sollten wir die Lösungen dann auf einer Landkarte eintragen und die Punkte auf dem nächsten bestmöglichen Weg verbinden und abfahren. Dies war zwar erst die zweite Aufgabe, doch die Meisten fingen damit an, weil es zeitaufwendig wirkte. Für den Einen oder Anderen war diese Aufgabe jedoch schwierig. Die Finger waren zu dick, das eine oder andere Leerzeichen oder Komma wurde versehentlich falsch gesetzt. So erhielt Mike stets die Botschaft, Ziel nicht gefunden. Hans – Peter landete irgendwo in der Südsee. Das hätte er an diesem Tage wohl nicht mehr geschafft, obwohl es ein hübsches Ziel war. In die Strecke eingebaut war (für die Profis) ein Einbahnstraßen Prinzip. Eine einmal genutzte Straße durfte nicht wieder entgegengesetzt verwendet werden. So war der eigentlich nächste Punkt dann doch nicht der beste. Jeder Punkt durfte auch nur einmal durchfahren werden. Dieser Streckenabschnitt galt dann als gestorben. Die Strecke wurde dadurch länger und länger. Im Gegensatz zu Früher, wo Kandidaten Sorge hatten, man könne abschreiben und dies durch das Aufstellen von Blickblokaden zu verhindern wussten, halfen wir uns gegenseitig und diskutierten Lösungsansätze. Ich finde das sehr erfreulich. Auch Peter half bei Problemen. Man vernahm gelegentlich ein lautes Stöhnen, welches nicht lustvoll klang. Aber niemand gab auf oder trat erst gar nicht an. Noch nicht einmal derjenige, von dem man es vermuten könnte. Wir glaubten eine Lösung gefunden zu haben und widmeten uns der ersten Sonderprüfung, die in einer Chinesenrallye eingebettet war. Die Profis hatten zwei Strichzeichnungen, die nach den üblichen Regeln abzufahren waren. Die Touristen hatten drei Striche. Für diese sollte die Aufgabe leichter sein. Auf uns wirkte die Lösung eigentlich nicht so schwierig. Aber der feixende Peter machte mich misstrauisch. Eigentlich hatten mein Mann und Marco schon eine Lösung gefunden, aber ich fürchtete, es könnte irgendwo eine Möglichkeit auftauchen, wo man nicht lang fahren kann und dann muss man eine neue Richtung finden. Wir sollten ja auf die Durchschnittsgeschwindigkeit achten. Ich pfuschte mit Streetview und siehe da, ich erkannte ein Sperrschild gleich am ersten Strich, was ich erschreckt verkündete. Gleich kam die Nachfrage : “ Wo ist ein Sperrschild “? Natürlich verriet ich mein Wissen. Peter wusste nicht, ob er nun weinen sollte und meinte: “ Das hat aber lang gedauert “. Auf solche dummen Gedanken muss man also bei Peter immer kommen. Wir planten also neu. Nun wollten wir aber los. Da verkündete unser ProfiNeuling, dass er bei Aufgabe zwei eine Straßensperrung entdeckt hatte bei Google Maps. Also wieder hinsetzen und umdenken. Wir wiesen ihn nochmals auf unser Sperrschild bei Aufgabe eins hin. Aber nicht jeder hatte zugehört…………


Nach und nach verschwanden die Teilnehmenden und fuhren los. Es sollte diesmal keine Baumaffen geben. Dafür standen lebendige als Posten an schönen Kirchen und auf dem Felde. Wo war eigentlich Peter? Auch er stand auf dem Felde und wartete genüsslich fotografierend auf die Kandidaten, die das Sperrschild übersehen hatten. Autogramme gab er keine. Wir kamen also zweimal bei Axel vorbei. Bademeisterin Inge bewachte eine Furt, die schon vorher als gefährlich bekannt gegeben worden war. Wild gestikulierte sie : “ rechts, rechts, rechts “. Jürgen glaubte gar, einen Rettungsring an Inges Stühlchen erkannt zu haben. Ein Gewässerschild gab es keines. Etwas eingedreckt meisterten wir die Passage. Auch hier bekamen wir zwei Unterschriften. Aber nicht jeder wollte diese haben. Die Verirrten hatten ja Fototermin bei Peter. Nach Beendigung dieser Prüfung und dem Rest der Chinesenrallye gelangten wir an den Startpunkt der zweiten Sonderprüfung. Die Strecke war sehr lang, auch wegen der Einbahnstraßen in der Aufgabenstellung. Sie war kurvenreich und bot viel Abwechslung. Es gab Wälder, aber auch tolle Weitblicke. An einem Parkplatz wartete Peter, der diesmal Unterschriften verteilte. Man musste gleich zweimal bei ihm vorbei kommen. Diese Option nahm nicht jeder war. Es waren auch mehrere Leute überrascht von der gesperrten Strecke an der Baustelle. Zwei Kandidaten überprüften extra, ob die Baustelle auch tatsächlich vorhanden war und fuhren durch die Absperrung. Aber alles war echt und kein fake von Peter. Schließlich trafen wir uns alle bei der Kuchenkontrolle wieder. Verluste gab es keine, nur ein paar Diskussionen. Einige hatten plötzlich Zweifel an ihrer Lösung. Frisch gestärkt setzten wir die Reise fort. Der letzte Teil der Orientierungsfahrt war wieder eine Strecke mit Chinesenzeichen, die uns entspannen sollte.


Don’t worry, be happy. Trotz der Länge von 140 km, waren die Meisten schon um kurz nach vier Uhr wieder bei Noltes angekommen. Wir gaben unsere Lösungsbuchstaben ab. Peter war froh, so früh mit der Auswertung zu beginnen.
Wie immer gut gelaunt, gab Peter den richtigen Lösungsweg bekannt. Die Sonne schien und Alle nahmen ihre Bewertung dahin. Gewonnen hatte bei den Touristen der gute Jupp, mit sage und schreibe 0 Fehlern. Da durfte er sich aber freuen, obwohl er längst daheim war und die Füße hochgelegt hatte. Gewonnen bei den Profis hat der Norbert, der mittlerweile ein eher seltener Gast ist. Verlernt hat er jedoch nichts. Und wir? Wir hatten im Übereifer, weil uns Pömbsen so gut gefällt, wir dort auch Quartier bezogen hatten, ein P zu viel aufgeschrieben. Vielleicht hat uns auch die wild gestikulierende Inge, die uns vor dem Ertrinken retten wollte, aus dem Konzept gebracht und ich habe das P nicht durchgestrichen. Peter erkundigte sich noch bei den Teilnehmenden, wie ihnen die Aufgabenstellung gefallen hat. Es gab nur Zustimmung und Peter bekam keine Schelte. Die Strecke hat wirklich jeder genossen. Der Rest des Abends war lecker. Nachts träumte ich von den Schweinen aus Pömbsen.

| Platz | Fahrer | Beifahrer | Motorrad | Strafpunkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Jupp B. | Honda NTV650 | 0 | |
| 2 | Stefan W. | Moto Guzzi Gespann | 90 | |
| 2 | Michael B. | Triumph Tiger 900 | 90 | |
| 4 | Mike W. | BMW R1200GS | 115 |
| Platz | Fahrer | Beifahrer | Motorrad | Strafpunkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Norbert L. | Energica Experia | 2,2 | |
| 2 | Hans-Peter F. | Claudia F. | Yamaha TDM850 | 15,4 |
| 3 | Jürgen Z. | Claudia K. | Kawasaki SX1000 | 26,4 |
| 4 | Marco S.-H. | Meister Röhrich | Yamaha Tracer900 | 95,9 |
| 5 | Jürgen W. | Anneli W. | Suzuki Bandit 1250 | 103,9 |
| 6 | Christian R. | BMW R1250RS | 125,2 | |
| 7 | Thomas S. | Honda CBR600 | 136,3 |